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Texas überholt New York bei erneuerbaren Energien, während Netzausbau zurückbleibt

Texas erzeugt in absoluten Zahlen mehr erneuerbaren Strom als New York, was die schiere Größe des texanischen Netzes und die schnelleren Projektentwicklungszeiträume widerspiegelt, wie externe Analysen zeigen. Beide Bundesstaaten stehen jedoch vor einem gemeinsamen Flaschenhals: der Übertragungsinfrastruktur, die mit dem Volumen neuer Erzeugung, die ans Netz angeschlossen werden will, nicht Schritt gehalten hat. Die Diskrepanz zwischen dem raschen Ausbau erneuerbarer Energien und langsameren Netzaufrüstungen beeinflusst zunehmend Planungs- und Investitionsentscheidungen in beiden Märkten.

Zwei Netze, zwei Ambitionsniveaus


Der Größenunterschied zwischen den beiden Stromsystemen ist eklatant. Das Texas Electricity Profile 2024 der U.S. Energy Information Administration dokumentiert ein Netz, das New Yorks in jeder wichtigen Kennzahl bei weitem übertrifft, von der Nettostromerzeugung in Megawattstunden bis zur Netto-Sommerkapazität. Das New York Electricity Profile 2024 beschreibt ein System, das nicht nur kleiner, sondern strukturell anders ist – geprägt von einem dicht besiedelten Lastzentrum im Downstate-Bereich und einer starken Abhängigkeit von Erdgas und der bestehenden Wasserkraft.

Texas führt beim erneuerbaren Output in reinen Volumina, gerade weil es mehr Land, bessere Windressourcen und höhere Sonneneinstrahlung als New York hat. Dieser Vorteil wird durch ERCOT verstärkt, den unabhängigen Netzbetreiber des Bundesstaates, der einen Markt betreibt, in dem Großhandelspreise in Echtzeit schwanken und Erzeuger belohnt werden, die schnell günstigen Strom liefern können. Eine Analyse der Columbia Business School fand heraus, dass die Genehmigungs- und Anschlussprozesse in Texas Solaranlagen in einem Tempo in Betrieb bringen, das nur wenige andere Staaten erreichen.

New York dagegen verfolgt den Ausbau erneuerbarer Energien eher über gesetzliche Vorgaben als über marktgetriebene Geschwindigkeit. Das Climate Leadership and Community Protection Act des Staates verlangt 70 % erneuerbaren Strom und Netto-Null-Emissionen bis 2050. Dieses Ziel ist ehrgeizig, doch der politisch gesteuerte Ansatz hat die absolute Erzeugungslücke zu Texas bislang nicht geschlossen, zum Teil weil in New York verfügbare Flächen und Windkorridore begrenzter sind und Genehmigungsverfahren tendenziell länger dauern.

Rechenzentren zwingen Texas, die Netzplanung zu überdenken


Erneuerbare Erzeugung ist nicht das Einzige, was in Texas schnell wächst. Große Stromverbraucher, insbesondere Rechenzentren und Industrieanlagen, beantragen Netzanschlüsse in einem Tempo, das die Regulierungsbehörden zum Handeln gezwungen hat. Eine im Texas Register veröffentlichte Anhörungs­­vorlage unter PURA Abschnitt 37.0561, bezeichnet als Projekt Nr. 58481, würde den Staat verpflichten, diese massiven Lasten formal zu prognostizieren und in ERCOTs Übertragungsplanung sowie Modelle zur Versorgungssicherheit einzubeziehen.

Der Vorschlag signalisiert die Erkenntnis, dass dieselben Marktbedingungen, die erneuerbare Entwickler anziehen, auch energieintensive Industrien anlocken. Wächst die Nachfrage durch Rechenzentren schneller als Erzeugungs- und Übertragungskapazität, könnte dies zu höheren Preisen führen und in Spitzenzeiten die Zuverlässigkeit gefährden. Texas-Regulierer versuchen damit faktisch, ein Planungsrahmen zu schaffen, der sowohl das Angebots- als auch das Nachfragewachstum gleichzeitig berücksichtigt – etwas, das in der historisch zurückhaltenden Regulierung des Staates bisher nicht Priorität hatte.

Diese Spannung ist auch für Akteure außerhalb von Texas relevant. Betreiber von Rechenzentren, die zwischen Bundesstaaten wählen, bewerten Stromkosten, Anschlussschnelligkeit und Netzzuverlässigkeit. Kann Texas die Prognose großer Lasten in seine Planung integrieren, ohne die Genehmigungsgeschwindigkeit zu verlangsamen, die den Staat ursprünglich attraktiv gemacht hat, könnte es seinen Vorsprung gegenüber New York und anderen um Investitionen konkurrierenden Staaten ausbauen. Stagnieren die Regelungen oder führen sie nur zu begrenzten Änderungen, würde das Risiko von Netzbelastungen steigen.

Bundesreformen wirken sich in den einzelnen Staaten unterschiedlich aus


Auf Bundesebene hat die Federal Energy Regulatory Commission zwei bedeutende Regeln erlassen, die darauf abzielen, das nationale Netz zu entlasten. Order Nr. 1920 reformiert die langfristige regionale Übertragungsplanung und Kostenverteilung, indem sie Netzbetreiber dazu drängt, weiter vorauszuplanen und Upgrade-Kosten breiter zu teilen. Order Nr. 2023 zielt auf die Anschlusswarteschlange selbst ab, in der neue Erzeuger, viele davon erneuerbar, jahrelang darauf warten, an das Netz angeschlossen zu werden.

Beide Regeln gelten für FERC-unterstellte Systeme, wozu auch New Yorks Netz gehört. Erzeuger in New York, die einen Netzanschluss anstreben, müssen sich an FERCs Anschlussreformen halten, und die Übertragungsplanung des Staates fällt unter den regionalen Rahmen, den Order Nr. 1920 verbessern soll. Für New York könnten diese bundesstaatlichen Regeln die Zeitspanne zwischen Projektvorschlag und der ersten eingespeisten Elektron eventually verkürzen.

Texas befindet sich in einem anderen regulatorischen Universum. ERCOT operiert weitgehend als intrastaatliches System und unterliegt daher nicht der direkten FERC-Jurisdiktion für Übertragungsplanung und Anschlussverfahren. ERCOT hat seinen eigenen Anschlussprozess und seine eigene Regulierungsbehörde, die Public Utility Commission of Texas. Diese Unabhängigkeit ist ein Teil dessen, was Texas die schnellere Genehmigungsgeschwindigkeit ermöglicht, bedeutet aber auch, dass der Staat nicht automatisch von bundesweiten Reformen profitiert, die darauf abzielen, die Netzentwicklung landesweit zu beschleunigen.

Alexander Clark

Alexander Clark is a tech writer who thrives on exploring the latest innovations and industry trends. As a contributor to Morning Overview, he covers everything from emerging technologies to the impact of digital transformation on everyday life. With a passion for making complex topics accessible, Alexander delivers insightful analysis that keeps readers informed and engaged. When he's not writing about the future of technology, he enjoys testing new gadgets and experimenting with smart home tech.